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17.06.2026 von Larissa Jecker

145 000 Unterschriften für die Finanzplatz-Initiative eingereicht

Ein breites Bündnis aus Finanzbranche, Politik und Zivilgesellschaft – darunter auch die Alternative Bank Schweiz — hat am 16. April 2026 die Volksinitiative «Für einen nachhaltigen und zukunfts­gerichteten Finanzplatz Schweiz» (FPI) eingereicht. Die erfolgreiche Unterschriftensammlung zeigt: Viele Menschen wünschen sich einen Schweizer Finanzplatz, der Verantwortung übernimmt und mit seinen Geschäften im Ausland nicht länger Klima und Natur belastet.


Beitrag der ABS
Artikel in Thema Handwerk
Foto: zvg

Der Schweizer Finanzplatz ist nicht auf Kurs, die ­globalen und von der Schweiz ratifizierten Klima- und Biodiversitätsziele zu er­reichen. Trotz Bekenntnissen zur Nachhaltigkeit fliessen weiterhin Milliarden in umweltschädliche Projekte wie Kohleabbau und Regenwaldabholzung.

Das breit abgestützte Komitee der Finanzplatz-Initiative ist überzeugt: Die freiwilligen Branchenlösungen sind wenig wirksam und unzuverlässig. Es braucht verbindliche Regeln, die für alle Finanz­akteure gelten und Fairness und Planungssicherheit gewährleisten.

Was will die Finanzplatz-Initiative?
Der Schweizer Finanzplatz soll dazu beitragen, den Übergang zu ­einer nachhaltigen Wirtschaft und den raschen Ausstieg aus den fossilen Energien zu ermöglichen. Konkret stehen drei Forde­rungen im Zentrum:

  • Der Bund soll sich für eine ökologisch nachhaltige Ausrichtung des Schweizer Finanzplatzes einsetzen und entsprechende Massnahmen ergreifen.
  • Schweizer Finanzakteure sollen darauf hinwirken, dass die von ­ihnen unterstützten und finanzierten Unternehmen im Ausland ihre Umweltbelastung schrittweise reduzieren beziehungsweise ver­meiden. Mit Transitionsplänen sollen die Finanzinstitute selbst festlegen dürfen, mit welchen Strategien, Massnahmen und ­Zwischenzielen sie die Vorgaben erreichen wollen.
  • Die Finanzierung und die Versicherung von Projekten zur Erschliessung neuer fossiler Energiequellen sowie von Ausweitungen ­bestehender Projekte sollen per sofort eingeschränkt werden.


Wer ist von der Initiative betroffen?

Von der Initiative tangiert sind in der Schweiz ansässige Unter­nehmen im Finanzsektor wie Banken, Vermögensverwalter, Versicherungen und Pensionskassen. Das umfasst sowohl Schweizer Unternehmen als auch hiesige Niederlassungen von ausländischen Firmen. Diese müssen aufzeigen, wie sie ihre Geschäftstätigkeiten im Ausland mit den globalen Klima- und Biodiversitätszielen in ­Einklang bringen.

Von der Initiative nicht betroffen sind Geschäftstätigkeiten mit in­ländischen Unternehmen sowie mit Privatkundinnen und -kunden in der Schweiz (z. B. Hypotheken oder Kredite an inländische KMU).

Wie geht es jetzt weiter?
Die Bundeskanzlei prüft derzeit (Stand Redaktionsschluss) die Anzahl und Gültigkeit der eingereichten Unterschriften. Sobald das Zustandekommen der Initiative offiziell bestätigt ist, wird sich der Bundesrat damit befassen und eine Botschaft ausarbeiten.

Die ABS und die FPI
Dass der Finanzsektor nachhaltiger wird, gehört zu den Kernanliegen der Alternativen Bank Schweiz. Die ABS teilt die Forderungen der ­Finanzplatz-Initiative aus voller Überzeugung und unterstützt die Initiative als Mitglied im Trägerverein.


Offizielle Website: finanzplatz-initiative.ch
Stellungnahme der ABS: abs.ch/finanzplatzinitiative


Nachträgliche Bemerkung: Am 28. Mai 2026 (nach Redaktionsschluss) hat die Bundeskanzlei ­bekanntgegeben, dass die Finanzplatz-Initiative offiziell zustande gekommen ist.

Atomwaffenverbots-­Initiative zustande gekommen

Parallel zur Finanzplatz-Initiative engagiert sich die ABS derzeit in der Partner-Allianz der Initiative «Für den Beitritt der Schweiz zum Atomwaffenverbotsvertrag» (vgl. moneta # 4 – 2024). Nachdem diese Initiative am 23. Dezember 2025 eingereicht und ihr Zustandekommen am 12. Februar 2026 von der Bundeskanzlei bestätigt wurde, ist sie aktuell (bei Redaktionsschluss) beim Bundesrat hängig.

Offizielle Website: atomwaffenverbot.ch

Stellungnahme der ABS: abs.ch/atomwaffen-initiative

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