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17.06.2026 von Stefan Boss

Bevölkerung will mehr Blumenwiesen und Schmetterlinge

Kurznachricht in Thema Handwerk
Foto: © pro natura / Hanna Schreiber
Eidechsen und andere Kleintiere freuen sich über sonnige, warme Plätze im Naturgarten.

Sieben von zehn Schweizerinnen und Schweizer sind der Meinung, dass mehr natürliche Grünflächen in Städten und Dörfern ihr Wohnumfeld lebenswerter machen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts gfs-zürich im Auftrag der Naturschutzorganisation Pro Natura.  Unter der Stadtbevölkerung stimmten dieser Einschätzung gar 76 Prozent zu, und auch bei jüngeren Menschen (zwischen 18 und 39) war die Zustimmung besonders hoch. Unter naturnahen Flächen werden Gebiete mit einheimischen Pflanzen und ohne Einsatz von Pestiziden verstanden. Also mehr Blumenwiesen sowie Lebensraum für Schmetterlinge und Igel.  Drei Viertel der Befragten finden Gefallen an ungemähten Wiesen in der Nachbarschaft. Wer seine Wiese wachsen lasse, müsse also keinen kritischen Blick von Nachbarinnen und Nachbarn befürchten, heisst es in der Medienmitteilung von Pro Natura. In der Westschweiz erfreuen sich gar 80 Prozent daran. 

Wie pflegen die Befragten ihren eigenen Garten? 86 Prozent der Personen, die über einen Garten verfügen, tun dies ihrer Einschätzung nach naturnah. Bei Menschen mit Balkonen ist der Anteil geringer und beträgt nur knapp mehr als die Hälfte. Eine klare Mehrheit von 67 Prozent der Befragten findet zudem, die Grünräume in ihrer Umgebung seien naturnah. Vergleichbare Umfragen zeigten jedoch, dass dieses Bild wohl zu optimistisch sei, schreibt die Umweltorganisation. Diesen Befund machte die Organisation bereits im Umfeld der Abstimmung über die Biodiversitätsinitiative im September 2024 geltend. Das Volksbegehren wollte die Biodiversität stärken und deshalb ausreichend Flächen für Natur- und Landschaftsschutz reservieren. Es wurde mit 63 Prozent Nein verworfen. Die anschliessende Vox-Analyse zeigte, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Problemdruck als zu wenig hoch einstufte. Auch war der Abstimmungsentscheid stark von der politischen Orientierung geprägt: Während Sympathisierende mit Rot-Grün mehrheitlich dafür stimmten, waren Mitte-Rechts-Wählerinnen und -Wähler klar dagegen. Bei der Mitte-Partei sagte nur gut jeder Fünfte Ja, bei den Grünliberalen jede Zweite. 

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