Ein hierzulande beliebtes Argument gegen eine konsequente Klimapolitik lautet: «Die Emissionen der kleinen Schweiz fallen nicht ins Gewicht.» Zum Vergleich wird gern China genannt. Aber es gibt einen Bereich, in dem die Schweiz schlechter abschneidet als China – und dies ausgerechnet da, wo der grösste Hebel ist: Wir zählen zu den acht grössten Investoren in die Erschliessung neuer Öl- und Gasreserven und den Ausbau fossiler Infrastrukturen. Auf Jahrzehnte hinaus. Pro Kopf gerechnet sind wir sogar Weltmeister. Das rechnet Breakfree Suisse vor. Das Klimakollektiv stützt sich dabei auf Zahlen ader anerkannten deutschen Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald und der niederländischen Forschungsorganisation Profundo.
Diese Anlagepraxis steht in krassem Widerspruch zu den gesetzlich verankerten Klimazielen der Schweiz: Bis 2050 muss Netto-Null erreicht sein. Die grossen Finanzunternehmen bekennen sich vordergründig zu diesem Ziel, aber die UBS allein hält Anleihen fossiler Unternehmen im Wert von 467 Millionen US-Dollar, deren Laufzeit über 2050 hinausreicht (insgesamt hält sie fossile Anlagen im Wert von 71,7 Milliarden US-Dollar).
Nebst den privaten Banken investieren auch Kantonalbanken, Pensionskassen, die Schweizerische Nationalbank und Versicherer wie die Suva im grossen Stil – «obwohl das Klima- und Innovationsgesetz den Bund seit Januar 2025 dazu verpflichtet, Finanzflüsse klimagerecht auszurichten», sagt die Klimaallianz.
Was mit ihrem Geld passiert, ist für Bürgerinnen und Bürger schwierig zu erkennen, weil die Finanzflüsse nicht transparent sind. Die Aktionsplattform von Breakfree Suisse bietet nun die Möglichkeit, die eigene Bank, PK oder Versicherung oder auch die SNB und die Finma anzuschreiben. Denn, gibt Urgewald-Geschäftsführerin Heffa Schücking zu bedenken: «In einer Welt im Klimakollaps gibt es keine sicheren Renten, keine sicheren Ersparnisse und keine sicheren Renditen.»
Zur Aktionsplattform: iicc-breakfree-loadtest.fly.dev
