Bis 2050 soll das Ernährungssystem der Schweiz nachhaltig sein: eine klimaangepasste Landwirtschaft mit hohem Selbstversorgungsgrad, eine Bevölkerung, die sich gesund und klimaschonend ernährt, und gegenüber 1990 40 Prozent weniger Treibhausgasausstoss aus der hiesigen Lebensmittelproduktion. Das hält die Vision des Bundesrats für das Ernährungssystem 2050 fest. Wo die Schweiz steht, hat kürzlich die OECD untersucht.
Ihr Bericht kommt zum Schluss, dass stabile politische Verhältnisse, eine starke Forschungs- und Innovationsfähigkeit, funktionierende Konsultationsmechanismen und ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele zwar eine gute Grundlage für die Umsetzung der Vision bilden. Allerdings torpediert der Bund diese Umsetzung offenbar gleich selbst: So stellt die OECD etwa fest, dass er durch seine Unterstützung für die Zuckerproduktion und die Werbung für Fleisch eine Ernährungsweise fördert, die den gesetzten Zielen direkt widerspricht. Gleichzeitig gibt es Defizite bei den Nährstoffüberschüssen oder der Qualität der Biodiversität – trotz Subventionen für eine ökologischere Landwirtschaft. Die OECD leitet daraus ab, dass auch hier andere staatliche Instrumente – konkret die Produktionsanreize aus der Agrarstützung – die Wirkung der Umweltsubventionen abschwächen.
Schliesslich hält die OECD fest, dass Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz zwar grösstenteils gut informiert und umweltbewusst sind, aber nicht entsprechend einkaufen. Gemäss OECD sind deshalb ergänzende, möglicherweise strengere staatliche Eingriffe auf der Nachfrageseite zu erwägen.
